Können Sie sich an Ihren 30sten Geburtstag erinnern? Oder haben vielleicht einige von Ihnen schon den 30sten Hochzeitstag hinter sich gebracht? Nun, letzterer steht unter einem ganz besonderen Motto: Perlenhochzeit. Perlen, kleine runde weiß- bis cremefarbige Kugeln, die in einer Muschel heranwachsen. Besonders selten, besonders wertvoll. Ich finde, das ist ein sehr schönes Sinnbild für das Singen und besonders für einen Chor. Jeder Sänger, jede Sängerin eine wertvolle Perle und der Chor ein schönes Schmuckkästchen. Ein solches Schmuckkästchen feiert nun dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum: der Jubilate-Chor unserer Gemeinde.
Dazu kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! Ein Chor, der es liebt, seinen Herrn und Gott in seinen Liedern groß zu machen, Gemeinschaft zu genießen und vor allem zu singen!
„Singen, das ist Lebensäußerung!“ So formulierte es einmal Stefan Gehrt, welcher von 2013 bis 2019 Leiter des Chores war. Lassen wir ihn zu unserem Jubiläum gern selbst zu Wort kommen: „Warum wir singen? Singen gehört für uns zu den Lebensäußerungen wie Atem und Herzschlag, Lachen oder Weinen, Träume und Liebe. Lieder singen nicht nur von Freude oder der Schönheit der Natur. Sie lassen auch Angst, Furcht, Trauer, Zweifel, Scham, Zorn und Wut wahr sein. Der Schöpfungsbericht erzählt: Gott hauchte den Menschen seinen Atem ein. Jeder Atemzug bringt uns mit diesem Geschehen neu in Verbindung und hält uns lebendig. „Am Anfang war das Wort“ meint aber auch: das Sich-Äußern. Ohne dieses Können verliert der Mensch den Bezug zu den anderen und zieht sich in sich zurück. Darum: Seine eigene Stimme zu erheben ist genauso wichtig wie sich dem Chor der anderen anzuvertrauen. Beides gehört zur inneren und äußeren Balance. Liebe Sängerinnen und Sänger: Bleiben Sie behütet und, wann und wo möglich, frohen Mutes!“
Stefan Gehrt, Chorleiter 2013 – 2019
Ja, Singen ist Lebensäußerung. Das spürt man besonders, wenn wir uns als Chor wöchentlich zu unseren Proben treffen. Eine Sängerin, die ich jede Woche begrüßen darf, ist Eva-Maria Knauthe. Als langjähriges Chormitglied hat sie für Sie auch einen kleinen Gruß verfasst:
„Hildegard von Bingen sagte schon im Mittelalter: „Was aus dem Mund kommt, ist die Resonanz unserer Seele.“ Das können wir selbst nachprüfen, wenn es uns bei mancher Melodie warm ums Herz wird und bei manchem Text sogar Tränen in den Augen stehen.
Und deshalb machen sich freitags ca. 30 Frauen und Männer auf den Weg zur Dreikönigskirche. Wenn dann der Aufstieg zum Bach-Saal geschafft ist, werden erst einmal alle fröhlich begrüßt und sich über Verschiedenes ausgetauscht. Wie auch immer, alle zusammen mögen die Gemeinschaft, das Miteinander und die Geselligkeit. Um die Besonderheit des Jubilatechores anzuzeigen, wir sind alle Ü 60. Somit ist es uns wichtig gewisse Lücken zu schließen, indem wir Sänger und Sängerinnen Mut machen wollen bei uns mitzusingen. Kommen Sie doch zum Schnuppern vorbei und verstärken Sie unseren Chor. Wir freuen uns auf Sie!“
Eva-Maria Knauthe, Notenwart und Ansprechpartnerin
Liebe Gemeinde, jeder Sänger und jede Sängerin ist eine wertvolle Perle, die mit ihrer Stimme Glanz ausstrahlt. So darf ich es jede Woche erleben und auch Ihnen sagen: Ihre Stimme ist ein Geschenk Gottes, nutzen Sie es!
30 Jahre sind eine lange Zeit und nur zu schaffen, wenn Menschen sich aufmachen, um ihr wertvollstes zu investieren: ihre Zeit und ihre Stimme. Gern greife ich die Einladung von Frau Knauthe noch einmal auf: Schauen Sie gern bei uns vorbei, genießen Sie die Gemeinschaft und vor allem: Singen Sie!
Gott loben, das ist unser Amt, das ist unser Leben, das ist unser Jubel! In diesem Sinne: auf die nächsten 30 Jahre!
Bleiben Sie behütet, Ihr
Erik Balcar, Chorleiter